Hochzeitstraditionen und -bräuche

Luftballons

Eine schöne Tradition ist es, nach der standesamtlichen oder kirchlichen Trauung mit Helium gefüllte Luftballons in den Himmel steigen zu lassen. Ein wunderschöner Anblick, wenn diese Luftballons womöglich auch noch herzförmig sind.

Wie wäre es denn, wenn Sie als Trauzeugen oder Freunde diese Ballons zu einer Ballonpost machen würden? Versehen Sie zu diesem Zweck Karten, die bestenfalls mit einem Foto Ihres Brautpaares versehen werden sollten, mit der Anschrift des Paares und evtl. sogar schon mit einer Briefmarke. Wenn Sie diese Karten, die nicht zu schwer sein sollten, nun an den Ballons befestigen, kann der Finder dem frisch vermählten Paar Hochzeitswünsche zusenden und damit Freude bereiten.

Eine Genehmigung für dieses Highlight benötigen Sie laut Angaben der Deutschen Flugsicherung (§ 16a LuftVO), wenn Sie die Ballons in der Umgebung eines internationalen Verkehrsflughafens steigen lassen wollen, wenn sich um Umkreis von 15 km ein Regional- oder Militärflughafen befindet, wenn die Ballone gebündelt fliegen sollen, wenn zum Befüllen brennbares Gas und kein Helium genutzt werden soll, wenn Sie anstatt der Karten harte Gegenstände aus Holz, Metall, Knickkerzen oder Wunderkerzen an die Ballons befestigen wollen und auch, wenn Sie mehr als 500 Ballons auf einmal steigen lassen wollen.
 

Hochzeitstauben

Ein sich einmal gefundenes Taubenpaar bleibt in der Regel ein Leben lang zusammen... Und das wünscht man dem frisch vermählten Paar ja auch. Was halten Sie davon, wenn Sie dem Brautpaar nach dem Verlassen der Kirche ein schneeweißes Taubenpaar als Zeichen für Liebe, Treue und Glück in die Hände legen. So kann das Paar die Tauben als Boten des Glücks in den Himmel aufsteigen lassen.

Falls Ihnen diese Idee gefällt, denken Sie daran, sich rechtzeitig mit einem Taubenzüchter in Verbindung zu setzen, um den Termin abzusprechen.


Schornsteinfeger   

Der Schornsteinfeger bringt ja bekanntlich Glück... und das natürlich auch – oder ganz besonders – am Hochzeitstag.

Früher war es Brauch, dass ein Schornsteinfeger vor der Kirche wartete, um dem Brautpaar den ersten Glückwunsch zu überbringen. Dann gab es einen rußverschmierten Kuss für die Braut.

Der Volksmund sagt, dass dieses Ritual eine glückliche Ehe verspricht. Und sind wir nicht alle ein wenig abergläubisch? Und deshalb gilt heute - genau wie früher - immer noch „Ein Schornsteinfeger bringt Glück“. ...oder geht es ihm bei diesem Brauch doch nur um den Kuss?

 

Hose verbrennen

Als Zeichen dafür, dass der Mann nach der Hochzeit nicht mehr „die Hosen an hat“, gibt es den Brauch beim Junggesellenabschied oder auch am Polterabend die Hose des Bräutigams zu verbrennen.

Während der zukünftige Ehemann ein Loch gräbt und seine Hose verbrennt, trinken die Gäste ein Glas „Korn“. Die angebrochene Flasche wird anschließend mit in das Loch gestellt und vergraben.

Nach einem Jahr wird diese Flasche dann in Anwesenheit aller bei diesem Ritual Anwesenden wieder ausgegraben. Nun wird die Flasche gemeinsam gelehrt. Die Tradition besagt, dass dadurch das Glück des Paares erhalten bleibt.


Sägen

Um Gleichberechtigung in der Ehe zu signalisieren gibt es den Brauch, nach der Trauung ein auf einem Sägebock liegender Holzstamm gemeinsam von Hochzeitspaar zersägen zu lassen. Hierbei kommt es darauf an, stets abwechselnd und gleichmäßig zu sägen.

Das symbolisiert die notwendige Balance von Reden und Hören, von Aktiv- und Passivsein und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners.


Bonbonregen

Wenn das Brautpaar im hübsch geschmückten Fahrzeug auf dem Weg zur Kirche ist, wird die Straße (in ruhigen Wohngebieten) häufig von Kindern mit einem bunt geschmückten Tau versperrt. Erst wenn das Brautpaar Bonbons wirft, wird die Weiterfahrt erlaubt. Das ist für Kinder ein großer und „süßer“ Spaß.


Hupkonzert beim Autokorso

Mit einem lautstarken Hupkonzert geht es häufig im Konvoi zum Standesamt, zur Kirche oder zum Hochzeitslokal. Dadurch erregt man die Aufmerksamkeit und die Blicke der Passanten richten sich auf das Brautpaar. Oftmals sind die Autos der Hochzeitsgesellschaft hübsch mit Blumengestecken, Schleierschleifen an den Türgriffen oder Autoantennen oder das Brautauto sogar mit scheppernden Blechdosen geschmückt.


Reis werfen

Das Brautpaar beim Verlassen des Standesamtes oder der Kirche mit Reis zu bewerfen, war lange Zeit üblich. Dieses Ritual soll für eine fruchtbare und kinderreiche Ehe stehen. Aus moralischen Gründen ist man inzwischen allerdings dazu übergegangen, den Reis gegen Blütenblätter auszutauschen. Auch Seifenblasen werden von einigen Hochzeitsgesellschaften in die Lüfte gepustet, symbolisch für die Träume und Wünsche des Brautpaares.

Denken Sie aber bitte daran, jemanden für die Säuberung des Platzes einzuteilen, da dieser ordentlich verlassen werden muss.


Brautentführung

Tja, über dieses alte Ritual sind viele junge Ehemänner nicht wirklich erfreut... Nicht nur, dass die frisch Angetraute die Hochzeitsfeier verlassen muss, nein, es kann unter Umständen auch eine ganz schön teure Angelegenheit für den Bräutigam werden, wenn er seine Braut dann wieder auslösen möchte.

In der Regel sind es die Freunde, die die Braut entführen und mit ihr von einem Lokal zum anderen ziehen und dort natürlich auch etwas trinken – selbstverständlich immer auf Kosten des Bräutigams. Um seine Frau zurück zu bekommen, ist es üblich, dass er z. B. eine Darbietung zum Besten geben oder sonst irgendwelche speziellen Aufgaben übernehmen muss.


Brautstrauß

Ein schöner, vor allem von den unverheirateten Frauen unter den Gästen beliebter  Brauch ist der Wurf des Brautstraußes. Der Volksmund sagt, dass diejenige, die den Brautstrauß fängt, als nächste Braut vor dem Altar steht.


Schleiertanz

Vom Schleiertanz gibt es unterschiedliche Versionen, beide werden allerdings um Mitternacht getanzt.

Da gibt es einmal den Tanz, bei dem der Schleier „geraubt“ wird. Das heißt, jeder Gast versucht möglichst ein Stück des Schleiers für sich zu ergattern... als Andenken, aber auch, weil der Brauch sagt, das man dadurch vom Segen des Brautpaares profitiert. Diese Art des Schleiertanzes ist für die Braut nicht unbedingt angenehm, da sie sich unter Umständen eine schöne Hochsteckfrisur für den Tag zaubern lassen hat, viele Nadeln dafür nötig waren und der Schleier entsprechend befestigt wurde. Da kann es ohne Weiteres vorkommen, dass der Braut vor lauter Durcheinander schon mal ein Haarbüschel versehentlich mit ausgerissen wird.

Wenn man diesen „doch sehr ärgerlichen“ Beigeschmack bedenkt, ist die andere Variante des Schleiertanzes für viele Brautpaare schöner und vor allem schmerzfreier. Hierbei wird der Schleier (manchmal wird auch ein extra Stück Schleier mit zur Feier genommen) über das Brautpaar gespannt, unter dem die Frischvermählten dann tanzen müssen. Wenn nun einer der Gäste mit der Braut oder dem Bräutigam tanzen möchte, muss er Geld in den Schleier werfen. So kommt zu einem schönen Ritual auch noch der ein oder andere Euro für das Brautpaar zusammen.

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Nordwest Zeitung