Ein Traum für Zuckermäulchen

CANDY BAR Ein buntes Büfett ist das Highlight auf Hochzeiten

Ein Tisch mit vielen bunten Kleinigkeiten zum Vernaschen – das ist die sogenannte Candy Bar. Das Büffet ist ein Muss für alle, die es gern süß und dekorativ mögen.

VON KATHARINA RESMER

Rote Gummiherzen, bunte Cake Pops, kunstvoll verzierte Cupcakes und Pralinen in verschiedenen Variationen: Auf den „sweet table“ – den „süßen Tisch“, wie die Candy Bar auch gern genannt wird – kommen die unterschiedlichsten Leckerbissen. Wie die englische Bezeichnung deutlich macht, stammt das besondere Büfett aus Übersee, nämlich aus Amerika. Dort ist es schon seit Längerem üblich, den Hochzeitsgästen eine größere Auswahl an Gastgeschenken anzubieten, sogenannte Giveaways. Und das sind meist Süßigkeiten.

Anstatt diese einzeln auf den Tischen zu verteilen, wurde irgendwann ein Büfett mit den verschiedenen Köstlichkeiten aufgebaut. So konnten sich die Gäste ihren eigenen Mix an Bonbons und Co problemlos zusammenstellen. Mittlerweile ist die Candy Bar ein zusätzliches Highlight bei der Hochzeit und auch in Deutschland äußerst beliebt.

Wann das süße Büfett eröffnet wird, entscheidet das Brautpaar. Manche geben den Startschuss direkt am Anfang der Feier, andere erst, wenn das Dessert serviert wird. Der späte Aufbau hat einen deutlichen Vorteil: Insbesondere die Kinder schlagen sich so nicht schon vor dem Hauptessen den Bauch voll.

Süße Dekorationen

Stimmig wird das Gesamtbild, wenn das süße Büfett an das Hochzeitsmotto angelehnt ist und auch das gängige Farbkonzept aufgreift. Viele Konditoren bieten die Candy Bar heutzutage als Gesamtpaket an: Sie liefern die kleinen Köstlichkeiten, kümmern sich um den kompletten Aufbau und bringen die geeigneten Gefäße für die Süßigkeiten sowie die entsprechende Dekoration mit. Ein besonderes optisches Highlight ist dabei sicherlich die Popcornmaschine, die es oft im Retro-Look gibt – passend zu den momentan populären Vintage-Hochzeiten.

Natürlich kann man eine Candy Bar auch selbst zusammenstellen. Die einzelnen Süßigkeiten lassen sich am besten in Szene setzen, wenn man sie in große Bonbongläser füllt oder auf dekorativen Etageren drapiert. Damit sich die Gäste problemlos bedienen können, sollten kleine Tellerchen oder Schalen sowie Löffel, Bonbonschaufeln und Zangen am Tisch zur Verfügung stehen. Eine clevere Erweiterung der Candy Bar ist eine Salty Bar – also ein salziges Büfett mit Snacks wie Käsestangen, gesalzenen Nüssen oder auch salzigem Popcorn. Denn egal, ob nach der Trauung oder als Mitternachtssnack: Deftiges schmeckt eigentlich immer – und passt zu Bier, Wein und Co.

Wunderschöne Torten

Wenn man sich für eine Candy Bar entscheidet, heißt das übrigens nicht, dass man auf die traditionelle Hochzeitstorte verzichten muss – sie kann sogar Teil des Büfetts werden, wenn nicht sogar ihr Herzstück. Zu den wohl schönsten aktuellen Backtrends gehören die sogenannten Naked Cakes. Auch dieser Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „nackte Kuchen“. Die leckeren Torten heißen so, weil bei ihnen auf den Überzug mit Fondant, Zuckerguss oder Marzipan komplett verzichtet wird – die Konditoren legen auf diese Weise den Blick auf die Schichten aus Biskuit und Crème frei.

Naked Cakes werden oft mit frischem Obst, echten, essbaren Blumen, Krokant oder sogar Pralinen verziert und sind ein echter Hingucker. Das Weglassen der Glasur hat aber auch einen geschmacklichen Effekt: Der über den fertigen Kuchen gezogene Fondant dient dem Konditor als eine Art Leinwand, auf die er Verzierungen und Lebensmittelfarben und auch Figuren zaubert. Die Glasur ist aber sehr süß und kann den Gesamtgeschmack dadurch negativ beeinflussen – vor allem, wenn sie zu dick aufgetragen wird.

Was die genauen Zutaten für einen Naked Cake angeht, haben Braut und Bräutigam die Qual der Wahl. Heidel-, Erd- und Brombeeren sind Früchte, die hervorragend zum lockeren Biskuitteig passen. Mit Vanilleextrakt oder Kakaopulver kann der Teig verfeinert werden und Frischkäse, Buttercreme sowie Mascarpone passen als Füllung hervorragend zwischen die Böden. Kein Wunder also, dass die natürlich schönen Torten ohne Zuckerguss derzeit die Backwelt erobern.

Autor: KATHARINA RESMER
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Nordwest Zeitung